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Ausländerfeindlichkeit und Rassismus- Muss das sein?

Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind für viele Menschen nur Begriffe oder Schlagzeilen in den Medien, doch für andere ist es ein wirkliches Problem. Wenn sie zum Beispiel Ausländer in einem Land sind, wenn sie eine andere Hautfarbe haben, sich anders kleiden, andere Musik hören, eine Behinderung haben ,… einfach anders als Andere sind.

Es gibt immer wieder schwere Übergriffe, aber auch nur tägliche Beleidigungen und Ausgrenzungen sind an der Tagesordnung.

Ich selbst - mein Vater ist nicht in Deutschland geboren - war auch schon mal in so einer Situation. An einem Wochenende war ich mit ein paar Freundinnen im Schwimmbad, ein ganz normaler öffentlicher Ort, um seine Freizeit zu verbringen. Eine Gruppe Jungs im Jugendalter  war auch in diesem Schwimmbad. Manchmal schwammen sie in unserer Nähe und riefen irgendetwas zu uns rüber, aber wir beachteten sie nicht. Dann gingen wir auf die Wasserrutsche. Wir waren zu dritt und stellten uns an die Warteschlange. Plötzlich kam die Gruppe Jungs und  sie stellten sich bedrohlich nahe hinter uns an. Es waren ungefähr doppelt so viele wie wir und 1-2 Jahre älter, ca. 14 Jahre alt. Auf einmal fingen sie an auf mich zu zeigen und mich verbal zu beleidigen. Es waren fremdenfeindliche Beleidigungen wie z.B. „Geh zurück in dein Land.“ Die Leute  die ebenfalls mit an der Rutsche standen schauten nur kurz auf, als die Jungs etwas lauter wurden, aber ansonsten kümmerte es niemanden. Etwas Angst habe ich damals auf jeden Fall gespürt, ich glaube wir alle waren ziemlich geschockt. Ich versuchte sie zu ignorieren und schließlich gingen meine Freundinnen und ich weg, damit nicht mehr passieren konnte. Mir ist so etwas Bedrohliches nur einmal passiert, doch ich bin mir sicher,  andere Menschen geraten öfter in solch ähnliche Situationen.

 Laut einer Statistik des Bundesinnenministeriums sind 2013  17.616 Fälle rechtsextremer Kriminalität registriert wurden. Das sind 4,4 Prozent mehr als 2012. Auch fremdenfeindliche Gewalttaten sind bis zu 16.5 Prozent gestiegen.

Eine besonders schwere Gewalttat ist zum Beispiel die in  einem Gerichtssaal ermordete Ägypterin Marwa Al Sherbini, welche sich 2010 in Dresden ereignete. Als Marwa al Shabini auf einem Spielplatz wegen ihres Kopftuches beleidigt wurde, zeigte sie den Mann(er kam selbst aus Russland) an und es kam zur Gerichtsverhandlung. Bei dem Prozess stürzte sich der Angeklagte auf die 31- jährige schwangere  Frau und erstach sie mit einem Messer. Ihr 3-jähriger Sohn und ihr Ehemann mussten die Bluttat mit ansehen.

Dies war ein großer Fall der die Medien tagelang beherrschte und die Presse und die Öffentlichkeit, leider nur für kurze Zeit,  aufrüttelte. Doch es gab und gibt viel mehr „kleinere“ Fälle und Taten, die nicht groß oder gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Das hat sicherlich viele verschiedene Gründe. Einer dafür ist das mangelnde Sicherheitsgefühl der Betroffenen, die Angst jemanden anzuzeigen. Eine Umfrage hat ergeben, dass fast die Hälfte der befragten und betroffenen Leute, die Fälle nicht angezeigt haben. Einige von ihnen sagten, dass sie Angst vor den Konsequenzen der Anzeige hätten, da es ihnen nicht mehr Sicherheit verspreche und sich an der Gesamtsituation sowieso nichts ändere. Andere sagten, dass man ein paar Beleidigungen zurückstecken könne, wenn es nichts viel Schlimmeres ist.

Wie Betroffene und Opfer handeln, ist je nach Einstellung, Mut und Situation unterschiedlich. Allerdings bleibt die Frage immer, muss es das wirklich geben? Kann man nicht alle friedlichen Menschen akzeptieren und respektieren? Kann man nicht tolerant sein?!

Es wird wahrscheinlich nie eine Zeit geben, in der es keine Ausländer- und fremdenfeindliche Ansichten gibt. Es werden auch weiterhin Menschen leben, die Hass auf andere Menschen haben, die im Grunde nichts dafür können, gehasst zu werden. Warum das so ist, hat ebenfalls ganz verschiedene Gründe. Ein Grund dafür ist die Unzufriedenheit vieler Leute, z.B. weil es viel Arbeitslosigkeit gibt, sie sich „wertlos“ und von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Warum dann nicht einfach die Schuld, dass es zu wenige Arbeitsplätze gibt auf andere z.B. Ausländer schieben, welche uns die  Arbeitsplätze wegnehmen? Sie sind ja eine Minderheit, noch schwächer und können sich nur schlecht wehren. Doch das macht es den Menschen, die darunter leiden auch nicht einfacher. Menschen, die andere fremdartige Leute  ausgrenzen, handeln meist beschränkt, machen sich keine Gedanken, warum Menschen aus anderen Ländern in Deutschland leben, und ob diese Menschen nicht auch eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen könnten.

Ich finde, man sollte immer wieder versuchen etwas gegen Anfeindungen,  Ausländerfeindlichkeit und Ungerechtigkeiten  zu unternehmen. Ich selbst muss ebenfalls mehr tun. So sollte man auf Demonstrationen gehen, gegen Nazidemonstrationen protestieren und seine Meinung auch vertreten. Am einfachsten ist es allerdings, wenn man sich  mal in seiner näheren Umgebung umschaut und dort im Alltag Zivilcourage zeigt, einfach solidarisch ist und immer offen für Neues bleibt. Auch wenn es einen vielleicht selber nicht betrifft, kann und muss man sich trotzdem für Andere einsetzen und sich stark machen. Dazu gehört allerdings viel Mut. Denn, wenn man eine eigene Meinung hat,  bringt es auch etwas sie zu vertreten. Vielleicht kann man damit doch ein Stück des Ganzen verbessern und verändern. 

Autorin: Laura Safrany geht in die 9. Klasse der Freien Montessorischule Dresden

 

                                                         

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Müssen Handys in der Grundschule sein?

Laut einer Studienreihe des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest besitzen zehn Prozent aller 6- bis 7-Jährigen bereits ihr eigenes Handy. Ist der Gebrauch eines Handys in der Grundschule wirklich sinnvoll? 

Dass ein Handy viele Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt ist uns allen bekannt - erst recht in den Händen eines Grundschülers. Doch wenn Kinder schon ein Handy haben sollen, dann müssen auch ganz klare Regeln festgelegt werden.  Es wurden sogar spezielle Kinder-Handys entwickelt.  Handys mit speziellen Kurzwahl - und Notruftasten und einem großen, gut lesbaren Display. Mit einem Ortungssystem kann man genau wissen, wo sich das Kind befindet.  Es gibt jedoch viele Spiele und Apps, die nicht in die Hände eines Kindes gehören.

Oft sind Handys an Grundschulen überflüssig, da es meist Aufsichten gibt, die die Schüler beispielsweise zum Bus und wieder zurückbringen. Und wenn Probleme auftreten sollten, können die Grundschüler sich auch von Sekretariat der Schule melden. Doch von früher zu heute hat sich einiges geändert und viele Eltern tendieren eher dafür, dass ihr Kind ein Handy braucht.

Früher haben die Kinder noch Fangen gespielt und Lieder gesungen, heute sitzen sie mit ihren Handys da und hören Musik über solche oder ähnliche Geräte.

Ich bin der Meinung das Schüler der Grundschule noch kein eigenes Handy besitzen müssen, da sie vieles noch nicht verstehen können. Als wir in der Grundschule waren, was noch nicht so lange her ist, da haben wir nicht einmal an Handys gedacht.

Autorin: Maria Höhrenz besucht die Klasse 9/1 des Goethe-Gymnasiums Bischofswerda.

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Meine kleine Reise

Louise wohnt in einem Dorf, in dem nur sechsmal am Tag ein Bus fährt - sie findet: Muss nicht sein. 

Mein Schultag beginnt in der Frühe. Der Bus fährt bereits 6.23 Uhr. Da der nächste erst 8.41 Uhr kommt, muss ich den zeitigeren nehmen. Die Busverbindungen für mein kleines Dörfchen sehen dürftig aus.

Die Möglichkeit in andere Ortschaften zu kommen, kann ich aufzählen. Und zwar in Richtung Pirna fährt der Bus 5.05 Uhr, 6.23 Uhr, 8.41 Uhr, 13.11 Uhr, 15.32 Uhr, 17.11 Uhr und in die andere Richtung 7.41 Uhr, 12.29 Uhr, 14.46 Uhr, 15.33 und 17.16 Uhr. Abgeschottet von der Außenwelt bin ich am Wochenende und an Feiertagen, denn da fährt gar kein Bus mehr. Direkte  Busverbindungen nach Pirna und zurück sind ebenfalls eingeschränkt.

Für mich bedeutet dies, ich muss auch umsteigen. Daher brauche ich für meinen Schulweg hin und zurück je zwischen 30- 40 Minuten. Außerschulische Aktivitäten sind für mich nur schwer umzusetzen. Daher bin ich auf die Hilfe meiner Eltern  angewiesen. Denk ich dann noch an die ältere Generation aus meinem Dorf, benötigen sie immer Hilfe, um Behörden, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen. 

Fazit: Ohne eigenes Auto und ohne Hilfe geht es gar nicht!

Autorin: Louise Reichelt geht in die Pestalozzi-Oberschule in Pirna-Copitz und besucht die Klasse 8a.

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Mit neunzehn in die Landespolitik! „Politik kann überzeugen. Ich auch.“

Anja Klotzbücher ist 19 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Chemnitz und studiert momentan Geschichte und Soziologie an der TU Dresden. Sie wurde durch das Jugendvotum zur diesjährigen Landtagswahl für die Partei DIE LINKE aufgestellt. Ein Portrait vonRebekka Engel, 9. Klasse, Freie Montessorischule Dresden.

Als ich sie in ihrer WG besuche, wirkt sie freundlich und offen. Mit einem warmen Lächeln auf den Lippen begrüßt sie mich. Anja ist groß, schlank und hat ein hübsches Gesicht bei dem die dunklen, offenen Augen hervorstechen. Ihre rot und leicht gewellten Haare sind zu einem lockeren Dutt zusammen gebunden. Wir setzen uns an den Küchentisch. Sie lümmelt sich in einen Sessel mir gegenüber und zündet sich eine Zigarette an.

„Warum gerade Politik?“ ist meine erste Frage an sie. Sie schmunzelt. „Eigentlich bin ich einfach nur gefragt worden.“

Anja ist eine engagierte Frau. Sie möchte etwas verändern. Schon früh war sie in ihrer Schule aktiv. Als Schülersprecherin merkte sie schnell, dass ein Mensch allein nicht viel bewegen kann und gründete so den Kreisschülerrat in Chemnitz.

Ab der zehnten Klasse wirkte sie im Landesschülerrat mit, wo sie vor allem den Lehrermangel und Inklusion in Schulen thematisierte. Mit leuchtenden Augen erzählt sie, dass sie das Gefühl hatte, etwas verändern zu können. Nach drei Jahren beendete Anja dort ihre Arbeit. „Ich finde man muss sich auch irgendwann aus Projekten herausnehmen damit sie weiter wachsen können“, sagt sie. Wenn sie auf ihre Arbeit zurückblickt, muss sie aber leider einsehen, dass die viele Mühe und Arbeit am Ende doch wenig gebracht hat. „Als ich mir den Bildungsbericht von 2012 angeschaut habe, habe ich schon sehr resigniert. Man hat auf der einen Seite das Verhältnis der Schüler- und Lehrerzahlen gesehen und auf der anderen Seite die eher dürftigen Maßnahmen. Dabei hat man soviel gearbeitet, um das zu ändern“, resümiert sie.

Nach ihrer Zeit beim Landesschülerrat half Anja K. oft bei Veranstaltungen der Chemnitzer „linksjugend“. Sie moderierte Demos, hielt Vorträge und kleine Workshops an Schulen. Dadurch wurde die „linksjugend“ auf sie aufmerksam und lud sie zu Podiumsdiskussionen und anderen Veranstaltungen ein. Bei ihrer Arbeit dort half sie auch beim Schreiben des Jugendlandtagswahlprogramms mit.

 „Und dann stand das Jugendvotum aus“. Als sie das sagt, muss sie grinsen.

Das Jugendvotum kommt durch die Jugendquote der Linken zustande. Es müssen mindestens zwei junge Menschen unter 27 und 35 im Landtag vertreten sein. Für diese Plätze muss man sich bewerben und die „linkejugend Sachsen“ wählt aus den Bewerbern je einen männlichen und einen weiblichen Vertreter.

Anja wurde von vielen Leuten ermutigt, sich für dieses Votum zu bewerben und sie hatte viele Unterstützer, die ihr bei ihrem Wahlkampf halfen. „Ich war sehr überrascht über so viel Zuspruch, da ich ja noch nicht so lange dabei bin“, erzählt sie. Mit 95% wurde sie zur weiblichen Spitzenkandidatin gewählt. Gemeinsam mit Marco Böhme bildete sie das Spitzenteam der jungen Kandidierenden.

Um Anjas Listenplatz festzulegen, musste sie auch bei den LINKEN Wahlkampf betreiben. Dort wurden die einzelnen Kandidaten auf ihre Listenplätze gewählt. „Das war ein sehr anstrengendes Wochenende mit viel Gerede“, sagt sie und ein kurzer Ausdruck der Erschöpfung huscht über ihr Gesicht. Aber dann strahlt sie wieder. „ Am Ende wurde ich auf den 15. Listenplatz gewählt“, sagt sie. Ihre Körperhaltung wird selbstsicher und ihre Augen bekommen ein zuversichtliches Leuchten. „Damit bin ich ziemlich sicher bei der nächsten Legislaturperiode im Landtag dabei. Momentan sitzen 29 Linksabgeordnete dort.“

Sie ist sehr gespannt auf die Arbeit. „Jetzt kann ich die Dinge mal von einer anderen Seite betrachten“, erzählt Anja. In Zukunft wird sie zwar viel Bürokratie erwarten, aber sie hofft, dass sie mehr bewirken kann als bei ihrer außerparlamentarischen Arbeit. „Ich glaube nicht, dass es viele Auswirkungen hat, ob ich bei dem einen oder anderen Thema die Hand hebe oder nicht, aber ich kann Entscheidungen mit einem anderen Bewusstsein treffen”, sagt sie. Sie hofft verschiedene Themen mehr an die Öffentlichkeit zu tragen. Sachsen hat ihrer Meinung nach noch viele Ausbaumöglichkeiten, was das Thema Demokratie anbelangt. „Es gibt viel zu wenig Partizipationsmöglichkeiten in Sachsen“.

Ihr liegt vor allen Dingen die Jugend sehr am Herzen. Sie sollte mehr einbezogen werden, schließlich geht es meistens um deren Zukunft, wenn Entscheidungen getroffen werden. Dabei strebt sie ein Wahlrecht mit 16 an. Sie will freien Schulen und alternative Schulkonzepte unterstützen, inklusive Lebens- und  Schulkonzepte umsetzen und die emanzipatorische Lebenshaltung mehr verbreiten.

Die Worte sprudeln nur so aus ihr heraus als sie über ihre Zukunft im Landtag redet. Ihrer Meinung nach steht Sachen momentan still und die Regierung versucht nur den Ist-Stand zu halten. „Man hat Angst vor Veränderungen, aber ich glaube, dass Veränderungen uns viel weiterbringen würden als alles so zu lassen wie es ist. Gerade in der Inklusion, Partizipation, Bildungspolitik, Jugend- und Kulturpolitik ist wenig Bewegung zu sehen. Das möchte ich ändern“, sagt sie.

„Wieso hast du dich gerade für DIE LINKE entschieden?“ Sie überlegt kurz bevor sie mir eine Antwort gibt. „Das ist gar nicht so einfach. Ein Großteil meiner Überzeugungen deckt sich mit ihren, außerdem ist es eine sehr diskussionsbereite Partei. Ich finde, sie stellen oft die richtigen Fragen im richtigen Moment“, fasst Anja zusammen.

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Ängste, Phobien und Zwangsstörungen - Muss das sein?

Gibt es Anatidaephobie, die Angst von einer Ente beobachtet zu werden? Ja! Ängste, die nur Außenstehende als lustig bezeichnen, die für die Betroffenen aber gar nicht zum Lachen sind, kommen häufig vor. 

Angst zu haben, ist normal. Im Leben eines Menschen gibt es Ängste, die er mit vielen anderen gemeinsam hat. Der Auslöser kann klar erkennbar und für jeden verständlich sein, wie zum Beispiel die Angst, einen Lebenspartner oder Freund zu verlieren, die Angst vor der Dunkelheit oder die Angst vor dem eigenen Tod. Angst ist ein überlebenswichtiges Gefühl, das bei Gefahr und Bedrohung auftritt. Wir würden uns ständig in hohe Risiken begeben, wenn wir uns vor nichts ängstigen würden. Sie ist eine Art Frühwarnsystem, das uns vor gefährlichen Situationen warnt und hilft, diese zu vermeiden. 

Wenn die Angstzustände eines Menschen jedoch übertrieben oder irrational ausgeprägt ist und sie den Betroffenen „grundlos“ überfallen und vollständig blockieren, handelt es sich um eine tief greifende Störung, die behandelt werden muss. Dann werden die Ängste zur Krankheit und erschweren damit die Situation oder die Anpassung an die Umwelt. Menschen, die daran leiden, haben Ängste, die ohne einen wirklichen Grund stark, oft und lange auftreten. Diese führen zum Verlust jeder Kontrolle und Selbstbeherrschung.

Ängste äußern sich in körperlichen Symptomen, in Gedanken an Gefahr und im Verhalten. Zum Beispiel gibt es die „Angst aus heiterem Himmel“. Das sind plötzlich auftretende und immer wiederkehrende Panikattacken mit körperlichen Reaktionen wie Herzklopfen, Schwindel, Übelkeit und Atemnot. Man hat Angst davor, die Kontrolle zu verlieren, wahnsinnig zu werden oder zu sterben. 

Es gibt aber auch Ängste, die man nicht nachvollziehen kann und wo man einfach nicht glaubt, dass es sie bei anderen Menschen gibt. Zum Beispiel die Angst vor Musik (Melophobie), die Angst vor Gemüse (Lachanophobie), die Angst vor der Farbe Gelb (Xanthophobie), die Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen klebenbleibt (Arachibutyrophobie), die Angst vor Haaren (Chaetophobie) oder die Angst vor Dingen auf der linken Seite (Sinistrophobie). Diese Ängste nennt man Phobien. Sie beziehen sich auf eng umschriebene Gegenstände oder Tätigkeiten, die die Betroffenen versuchen zu vermeiden und zu umgehen. Ein Grund für solche Sachen kann sein, dass in dem Leben dieser Menschen etwas passiert ist, z.B. ein dramatisches Ereignis, welches in ihrer Erinnerung oder ihrem Unterbewusstsein bleibt und ihre Einstellung, Empfindung oder Meinung zu verschieden Dingen geändert hat.

Auch Zwangsstörungen haben mit starker Angst zu tun. Bei einer Zwangsstörung besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun, obwohl er es selber als sinnlos und übertrieben erkennt. Beispiele dafür sind wiederholtes An- und Ausschalten des Lichtes, häufiges Überprüfen, ob die Tür wirklich abgeschlossen oder das Bügeleisen ausgeschaltet ist, ständiges Zählen von Gegenständen, extrem häufiges Händewaschen, etc. Da sich ein unerträgliches Gefühl der Spannung oder Angst einstellt, wenn dem Zwang nicht gefolgt wird, wehren sich die Patienten gegen ihren Zwang meist erfolglos.

Nicht nur für den Patienten mit Angststörungen, sondern auch für die Angehörigen, ist die Erkrankung eine erhebliche Belastung. Vielen fällt es schwer zu akzeptieren, dass der Betroffene die Angststörung nicht selber in den Griff bekommt. Es ist wichtig, dass er spürt, dass die Anderen seine Erkrankung ernst nehmen und ihn unterstützen. Für Phobien, Angststörungen, Panikattacken, Zwangsstörungen oder Ähnliches gibt es geeignete psychotherapeutische Behandlungen.

Ängste haben also sowohl gute als auch schlechte Seiten - sie sind unser überlebenswichtiger Schutz, können aber bei manchen Menschen auch krankhafte Störungen verursachen.

 Autorin: Sophie Jähnicke, 9. Klasse, Freie Montessorischule Dresden